Gemeindechronik

Ende des 8. Jahrhunderts taucht der Name Übersee erstmals in einer Salzburger Urkunde auf (im Jahr 788). Funde im Chiemgau beweisen aber, dass schon die Kelten hier siedelten.

Im Jahr 15 v. Chr. besetzten die Römer das Voralpenland bis zur Donau. Nach der Zeit der Christianisierung wurde Grassau Mutterpfarrei für die Siedlungen im Achental. Übersee bekam wohl gegen Ende des 13. Jahrhunderts seine erste Kirche. Erst die Gründung einer „Bruderschaft“ im Jahre 1485 machte es möglich, dass Übersee einen ständig hier wohnenden Priester bekam. 1637 wurde Übersee „Vikariat“ und 1722 baute man eine neue Kirche im damals üblichen Barockstil, die im Jahr 1902 einer neugotischen Kirche weichen musste. Bereits 1818 war Übersee Pfarrei geworden und 1850 erbaute man den noch heute bestehenden, jetzigen alten Pfarrhof.

Der hier am südlichen Chiemseeufer landwirtschaftlich gesehen schlechte Boden ließ die Landwirte nicht „reich“ werden. Die Moorgründe, die sog. „Filzen“ in Richtung Westen waren rechtlich zudem „Freiwiese“, auf der jedermann (sogar aus Tirol) Vieh und Pferde weiden lassen durfte. Vor allem die in Feldwies wohnenden Landwirte versuchten durch Zwiebelanbau ihren Verdienst zu verbessern. Im 19. Jahrhundert kam als bedeutender Wirtschaftszweig die Pferdezucht hinzu.

1818 erfolgte die Zusammenlegung der drei Hauptmannschaften Feldwies, Moosen und Übersee zur politischen Gemeinde Übersee. Einen gewaltigen Aufschwung brachte dann der Bau der Eisenbahnlinie München – Salzburg (1860) und der Nebenstrecke von Übersee nach Marquartstein 1885. Übersee war somit ein kleiner Bahnknotenpunkt.

Feldwies hatte früher ein sehr schlechtes Grundwasser. Dem wurde 1906 unter großen Schwierigkeiten mit dem Bau einer Wasserleitung abgeholfen wurde. Übersee war damit eine der ersten Gemeinden mit einer zentralen Wasserversorgung.

1934 wurde mit dem Bau der Reichsautobahn begonnen. Viele der dort Beschäftigten fanden im Dorf eine Unterkunft. Um sie zu verköstigen wurde am „Gasthof Feldwies“ ein eigener Saal angebaut.
Die Maler hatten um diese Zeit den schönen Chiemsee, seine Inseln und die schön gelegenen Uferorte bereits entdeckt. Kunstmaler Professor Julius Exter gründete um die Jahrhundertwende seine Malschule in Feldwies und half damit, die Chiemseegemeinde Übersee als Kunstmaler- und Fremdenverkehrsort bekannt zu machen.

1961 wurde unter großen Schwierigkeiten mit dem Bau der Ortskanalisation begonnen.

1965 bekam die evangelische Kirchengemeinde ihr lang ersehntes Gotteshaus.

Im September 2011 wurde ein neues hochmodernes Feuerwehrhaus (der Umbau einer Gewerbehalle im Gewerbegebiet Moosen) seiner Bestimmung übergeben. Nun konnten Fuhrpark und Gerätschaften optimal untergebracht werden. Auch der Musikverein bekam in dem Gebäude ein neues Zuhause mit den notwendigen Räumlichkeiten.

Mit der Bahnüberführung in der Ortsmitte von Übersee wurde im Juli 2011 das bisher größte Kreisstraßen-Bauprojekt des Landkreises Traunstein vollendet. Die Zeit der geschlossenen Bahnschranken (bis zu acht Stunden täglich) war somit endlich vorbei.



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